Flüchtlinge

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Staubschmied
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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Mo 15. Feb 2016, 15:25

Child of Bodom hat geschrieben:Ich verlange dafür keinen Sonderstatus. Aber es erklärt vielleicht weshalb ein Mensch wie ich sich relativ schnell angegriffen fühlen kann in einer solchen Diskussion. Das Maß in dem es dein Denken beeinflusst wird zum größten Teil dadurch bestimmt, wie viel Diskriminierung man dafür in seinem Leben erfahren musste und die war in meinem Falle massiv. Einige Eltern wollten sogar nicht, dass ihre Kinder was mit mir zu tun haben.
Darf ich fragen, welches Los du gezogen hast?
Child of Bodom hat geschrieben:Denn die "totale Menschlichkeit" wäre unabhängig von dem der sie anstrebt, etwas erstrebenswertes, meinst du nicht auch? Wichtig dabei ist nur, dass er sie ernsthaft anstrebt und nicht nur vorschiebt.
Ich weiß nicht mal, was "totale Menschlichkeit" bedeuten soll. Aber wir sind eigentlich schon ziemlich nah an meiner ungefähren Idee davon dran. Momentan kann jeder herkommen und wird erstmal versorgt, so gut es geht. Die Frage ist nur, ob eine Gesellschaft auf Dauer so funktionieren kann.

Wenn die "totale Menschlichkeit" nämlich nur dazu führt, dass niemand mehr sie tragen kann, zerstört sie sich nur selbst. Unabhängig davon, dass ich schon jedem sein Eigenheim gönne, aber das ist offenbar einfach nicht realistisch drin.

Idealistisch gedacht gern, aber man sollte die Wirtschaftlichkeit da nicht aus dem Blick verlieren. Das ist aber auch nicht mein Fachgebiet. Ich weiß nur, dass 10% des Landeshaushalts dieses Jahr in Flüchtlinge fließen. Ist das schlimm? Keine Ahnung, klingt fatal für die Infrastruktur.
Child of Bodom hat geschrieben:Aber deiner Meinung nach moralisch schon oder wie darf ich das hier jetzt verstehen? (Ganz zu schweigen davon, dass eine Verfassung nicht fest ist und auch geändert werden kann und das einfacher als es mir lieb ist)
Moral ist doch nur die Überzeugung der Zeit. In meiner persönlichen Moral ist Zwangsarbeit aber erstmal schlecht. Ich frage mich, wie du auf die Idee kommst, es könnte anders sein.

Und ja, eine Verfassung kann man ändern, aber "Weiser König"-Diktatoren sterben auch und werden potenziell durch üble Gesellen ersetzt. Also was soll's, alles kann sich zum unserer Meinung nach Schlechten wandeln.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Child of Bodom » Mo 15. Feb 2016, 16:13

Staubschmied hat geschrieben:Ich weiß nicht mal, was "totale Menschlichkeit" bedeuten soll. Aber wir sind eigentlich schon ziemlich nah an meiner ungefähren Idee davon dran. Momentan kann jeder herkommen und wird erstmal versorgt, so gut es geht. Die Frage ist nur, ob eine Gesellschaft auf Dauer so funktionieren kann.
Natürlich ist sowas wie "totale Menschlichkeit" in unserer Welt in der es immer Kräfte gibt, die davon profitieren, dass es sie nicht gibt, eine absolut krasse Fantasie.
Staubschmied hat geschrieben:Wenn die "totale Menschlichkeit" nämlich nur dazu führt, dass niemand mehr sie tragen kann, zerstört sie sich nur selbst. Unabhängig davon, dass ich schon jedem sein Eigenheim gönne, aber das ist offenbar einfach nicht realistisch drin.

Idealistisch gedacht gern, aber man sollte die Wirtschaftlichkeit da nicht aus dem Blick verlieren. Das ist aber auch nicht mein Fachgebiet. Ich weiß nur, dass 10% des Landeshaushalts dieses Jahr in Flüchtlinge fließen. Ist das schlimm? Keine Ahnung, klingt fatal für die Infrastruktur.
Ich denke es ist fataler für die Infrastruktur wenn man 26 Milliarden für die gesundheitlichen Folgen von Alkoholkonsum ausgibt, sowie viele weitere Dinge, die jetzt den Post sprengen würden. Jetzt tust du genau das was ich ganz besonders wiederlich finde. Nämlich dich über die Kosten zu beschweren. Tut mir leid, aber das geht gar nicht in Zeiten in denen wir 500 bis 800 Milliarden Bankenrettungsschirme raus hauen ohne, dass sich jemand beschwert oder die eben angesprochenen 26 Milliarden. Zudem gibt es in dieser Welt Menschen die so viel Geld haben, dass sie gar nicht mehr wissen wohin damit. Wie wärs wenn wir die mal dafür zur Kasse bitten würden?
Staubschmied hat geschrieben:In meiner persönlichen Moral ist Zwangsarbeit aber erstmal schlecht. Ich frage mich, wie du auf die Idee kommst, es könnte anders sein.
Vielleicht genauso wie du auf die Idee kommst ich wollte hier irgendwem, irgendwas vorschreiben. Das hab ich auch niemals geschrieben, du hast es nur zwischen den Zeilen gelesen. Da siehst du mal wie das ist wenn man Aussagen übertreibt, verfälscht und ins lächerliche zieht.
Staubschmied hat geschrieben:Moral ist doch nur die Überzeugung der Zeit...

Und ja, eine Verfassung kann man ändern, aber "Weiser König"-Diktatoren sterben auch und werden potenziell durch üble Gesellen ersetzt. Also was soll's, alles kann sich zum unserer Meinung nach Schlechten wandeln.
Und deswegen können wirs auch gleich zum schlechten ändern, oder wie darf ich DAS jetzt verstehen?
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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Mo 15. Feb 2016, 16:18

Exakt.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Child of Bodom » Mo 15. Feb 2016, 16:23

Child of Bodom hat geschrieben:Und deswegen können wirs auch gleich zum schlechten ändern, oder wie darf ich DAS jetzt verstehen?
Staubschmied hat geschrieben:Exakt.
(Bitte korrigieren, wenn das Exakt sich nicht auf diesen Teil bezieht ansonsten gilt das untere)
Child of Bodom hat geschrieben:Es tut mir leid, aber damit endet jetzt für mich jetzt jede Disskussion mit dir. Ich habe meine Meinung ausreichend kund getan, Missverständnisse aufgeklärt, mich sogar auf deine Statistik nach allen Regeln der Kunst eingelassen und ich glaube, dass eher du derjenige bist, der hier vollkommen stur ist und, wie schon hundert mal gesagt, keine Argumente hat. Ich verabschiede mich jetzt hier und werde mich anderen Dingen widmen.
So und dieses mal endgültig. Eine PM zu der Frage was denn mein Los ist werde ich dir auch nicht wie ursprünglich geplant schicken, da ich vor Leuten wie dir einfach nur Angst habe. Tschüss, ich bin damit raus.
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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Mo 15. Feb 2016, 16:27

Du hast echt Probleme damit Ironie zu erkennen. Und dafür, dass du so viel austeilst, kannst du auch verdammt wenig einstecken.

Aber ja, dann lassen wir's halt. Drehen uns ja eh nur noch im Kreis.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Child of Bodom » Mo 15. Feb 2016, 16:36

Staubschmied hat geschrieben:Du hast echt Probleme damit Ironie zu erkennen.
Das ist z.B. eines meiner vielen Lose die ich gezogen habe, wobei ich finde, dass deine Ironie für Schriftform sehr schlecht gekennzeichnet wird. Vielleicht kriegst du doch noch ne PM, aber das muss ich mir erst noch gut überlegen. Im übrigen finde ich, dass Ironie bei einem solch ernsthaften Thema nichts verloren hat, da das nur wie schon die ganze Zeit zu Missverständnissen führt.
Staubschmied hat geschrieben:Und dafür, dass du so viel austeilst, kannst du auch verdammt wenig einstecken.
Ich denke der gesamte Diskussionsverlauf dürfte beweißen, dass ich sehr wohl im Stande bin einzustecken. Schließlich bin es nicht ich, der ausfallend gegen mein Gegenüber geworden ist und von Glumski ermahnt werden musste und ich schreibe immer noch mit dir, obwohl ich das eigendlich gar nicht mehr wollte. Im übrigen teile ich erst jetzt wirklich aus, nachdem ich bereits so vieles einstecken musste. BTW. Verwechsle auf gar keinen Fall "Contra geben/sich verteidigen" mit "nicht einstecken können". Das sind genauso wie der "Kompromiss" und die "differenzierte Betrachtung" 2 verschiedene Dinge.
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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Mo 15. Feb 2016, 16:56

Child of Bodom hat geschrieben:BTW. Verwechsle auf gar keinen Fall "Contra geben/sich verteidigen" mit "nicht einstecken können". Das sind genauso wie der "Kompromiss" und die "differenzierte Betrachtung" 2 verschiedene Dinge.
Na wenigstens da sind wir uns einig. :D
Mach dir übrigens keine Mühe mit einer PM. Dafür in Foren rumzugammeln habe ich bald eh leider keine Zeit mehr.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Glumski » Mi 17. Feb 2016, 00:09

Die grundsätzliche Frage, die aber hinter deiner Extremsituation steht, ist eine allgemeine Frage die etwas mit dem Thema zu tun hat und zwar "Ist das Wohl von vielen wichtiger als das Wohl von wenigen?" oder gerne auch anders herrum. Woraus auch die Frage folgt ob die Mehrheit wirklich das Recht hat über die Minderheit zu bestimmen.
Hmm, nein. Vielmehr entsteht die Frage, ob man sich über Moral hinwegsetzen kann, um moralisch zu handeln. Es geht nicht darum, dass Mehrheit über Minderheit regiert, ganz im Gegenteil. Eine Einzelperson entscheidet über eine Mehrheit.
Ich schätze, man könnte sich auch die Frage stellen, ob es in Ordnung ist Gott zu spielen, wenn man gute Absichten hat, auch wenn das natürlich auch wieder einen anderen Spin bekommt.
Das würde aber auch bedeuten, dass es völlig in Ordnung war Juden im KZ zu vergasen, weil die Mehrheit des Volkes ja schließlich dafür war und die Minderheit hat sich der Mehrheit zu beugen.
Ich muss gestehen, dass ich zwischen "Töte einen, um viele zu retten" und "Töte viele, weil unsere Ideologie sie für böse hält" einen so großen Unterschied sehe, dass ich den Vergleich absurd finde.
Ein Geiselnehmer mit 100 Geiseln, die er alle umbringt weil die Polizei ihn aus moralischen Gründen nicht erschießen durfte oder das NS-Regime, dass nach dem oben genannten Prinzip gehandelt hat und 6.000.000 Tote verursacht hat, alleine in den KZs, die ganzen Kriegsopfer, gar nicht mit ein berechnet.
^Dito.
Ich bin mir übrigens einigermaßen sicher, dass das Erschießen eines Geiselnehmers in der Situation legal ist, während unsere Staatsform so konzipiert ist, dass es definitiv keinen neuen Hitler geben kann.
Das mag daran liegen, dass ich zwar kein Flüchtling bin, aber dennoch einer (sogar mehreren) stark diskriminierten Minderheit, nicht nur in diesem Land, sondern in der ganzen Welt, angehöre. Ich weiß also in gewisser Weiße ganz genau worüber ich hier schreibe und ich habe das Gefühl, dass das auf keinen von euch beiden zutrifft (das mit der Minderheit meine ich). Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
In der Tat, ich kann nicht behaupten, aufgrund der Angehörigkeit zu einer Minderheit diskriminiert worden zu sein.
Es erklärt aber deinen sehr persönlichen Umgang mit den Problemen. Tut mir Leid, wenn ich dir da auf die Füße getreten bin.
Letzten Endes führen differenzierte Betrachtungen immer zu Kompromissen
"Der Himmel ist himmelblau, nicht azurblau" ist eine differenziertere Betrachtung von "Der Himmel ist blau". Ohne differenzierte Betrachtungen ist das Lösen von Problemen oft nicht nötig. Zugeben, ohne Kompromisse ebenso wenig, aber dennoch sind die beiden Dinge grundverschieden.
und ich kann nicht erkennen, wie man das Thema "Menschlichkeit" differenziert betrachten könnte.
Hmm, gib mir fünf Probleme im Bereich "Menschlichkeit" und ich bin mir sicher, dass ich mindestens eins davon differenziert betrachten kann, ohne der Amoralität zu verfallen. Vorausgesetzt, dass ich von den Problemen überhaupt irgendeine Ahnung habe...
Entweder verhält man sich menschlich oder nicht. Dazwischen gibt es nichts, so leid mir das tut, mir wäre es auch lieber man könnte es allen Seiten recht machen. Kann man da aber nicht.
Hmm, das mag sein. Allerdings ist die "menschliche" Aktion oft nicht klar definiert. Und wenn man die Wahl zwischen zwei unmenschlichen Reaktionen hat, sollte man wohl die weniger unmenschliche nehmen, was wiederum eine Abstufung benötigt.
Und ja, dieser Satz impliziert, dass es möglich ist, dass eine Diktatur auch etwas gutes sein kann, letzten Endes kommt es eigendlich nur darauf an wer das Sagen im Staat hat, nicht in welcher Form er/sie/es das sagen hat. Ihr legt doch solchen Wert auf die diffenzierte Betrachtung. Das gilt dann aber auch dafür.
Eine Diktatur ist ja auch das genaue Gegenteil von "Die Mehrheit regiert". Es sei denn, man ist Diktator von 'nem Ein-Mann-Staat, dann ist man wohl auch die Mehrheit.
Und ja, ich würde tatsächlich sagen, dass ein wohlwollender Diktator seine positiven Seiten hat. Geschichtliche Namen und Daten sind leider nicht mein Ding, aber es gibt da definitiv ein paar Monarchen, die nicht "böse" oder unmenschlich waren.
Ich verlange dafür keinen Sonderstatus. Aber es erklärt vielleicht weshalb ein Mensch wie ich sich relativ schnell angegriffen fühlen kann in einer solchen Diskussion. Das Maß in dem es dein Denken beeinflusst wird zum größten Teil dadurch bestimmt, wie viel Diskriminierung man dafür in seinem Leben erfahren musste und die war in meinem Falle massiv. Einige Eltern wollten sogar nicht, dass ihre Kinder was mit mir zu tun haben.
Das tut mir wirklich Leid, aber, ähm, naja, "sich schnell angegriffen fühlen" und "eine gute und objektive Argumentation führen" sind häufig ein wenig, ähm, gegensätzlich. Damit möchte ich nicht sagen, dass du Unsinn erzählst, aber ich hoffe du kannst verstehen, dass du vielleicht ein wenig irrational erschienen bist, wenn du emotional in das Problem verwickelt warst.
Aber deiner Meinung nach moralisch schon oder wie darf ich das hier jetzt verstehen? (Ganz zu schweigen davon, dass eine Verfassung nicht fest ist und auch geändert werden kann und das einfacher als es mir lieb ist)
Ich habe noch ausreichend Vertrauen in den deutschen Staat, dass unsere Verfassung keine Arbeitslager zulassen wird. Aber das ist nur meine Meinung. Vielleicht habe ich Unrecht.
Ich weiß nicht mal, was "totale Menschlichkeit" bedeuten soll. Aber wir sind eigentlich schon ziemlich nah an meiner ungefähren Idee davon dran. Momentan kann jeder herkommen und wird erstmal versorgt, so gut es geht. Die Frage ist nur, ob eine Gesellschaft auf Dauer so funktionieren kann.

Wenn die "totale Menschlichkeit" nämlich nur dazu führt, dass niemand mehr sie tragen kann, zerstört sie sich nur selbst. Unabhängig davon, dass ich schon jedem sein Eigenheim gönne, aber das ist offenbar einfach nicht realistisch drin.

Idealistisch gedacht gern, aber man sollte die Wirtschaftlichkeit da nicht aus dem Blick verlieren. Das ist aber auch nicht mein Fachgebiet. Ich weiß nur, dass 10% des Landeshaushalts dieses Jahr in Flüchtlinge fließen. Ist das schlimm? Keine Ahnung, klingt fatal für die Infrastruktur.
Ah, das war so ziemlich das, was ich seit zehn Posts oder so ausdrücken wollte. Danke, Staubschmied. ^^
Ich denke es ist fataler für die Infrastruktur wenn man 26 Milliarden für die gesundheitlichen Folgen von Alkoholkonsum ausgibt, sowie viele weitere Dinge, die jetzt den Post sprengen würden.
Das mag sein, aber das ändert nicht die Tatsache, dass zusätzlich auftretende 10% an Kosten erst einmal viel gravierender sind. Natürlich könnte man sich die alten Probleme anschauen, aber wenn auf meinem Kontoauszug plötzlich 10% mehr fehlen, dann schaue ich erst einmal, wo die herkommen und versuche das zu lösen, bevor ich mich meinen alten bekannten Problemen widme. Vielleicht ist das das Problem an der Sache, aber neu auftretende Probleme sind psychologisch viel eindrucksvoller als alte, selbst wenn sie objektiv einen geringeren Effekt haben.
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nicht 10% unseres Haushalts für die Folgen von Alkoholkonsum ausgeben. Da mag ich mich natürlich irren, ich hab' nämlich echt keine Ahnung von den Statistiken unseres Staatshaushaltes... Ahh, Moment, Google gib mir Kraft! (2007). Klar, das ist jetzt irgendeine Google-Quelle und mal ehrlich, "Planet Schule" klingt nicht gerade seriös, aber für mich scheinen Rente, Zinsen und Arbeitsmarkt größere Geldschlucker zu sein. Wobei Krankenkassen technisch gesehen nicht im Haushalt stehen und daher hier gar nicht auftauchen... Ohh hey, Wikipedia (2011). Hmm, Arbeit und Soziales wirkt ein wenig bedrohlich... ähem. Egal. Vergleiche zwischen Staatshaushalt und Krankenkasse konnte ich auf die Schnelle leider keine finden, dafür aber viele hübsche Fotos von Herrn Schäuble.
Jetzt tust du genau das was ich ganz besonders wiederlich finde. Nämlich dich über die Kosten zu beschweren.
Tut mir Leid, aber ich glaube, da hast du den Staubschmied falsch verstanden. Er wollte sich nicht über die Kosten beschweren, sondern darauf hinweisen, dass zusätzliche 10% Kosten nicht ökonomisch sind. Ich finde auch, dass das Kosten sind, die man auf keinen Fall sparen kann, aber es sind eben zusätzliche Kosten. Irgendwo muss das Geld herkommen, und irgendwas muss dann eben den Kürzeren ziehen. Damit möchte ich nicht ausdrücken, dass es das nicht wert wäre, sondern nur, dass es ein rein zahlentechnisches (und zahlungstechnisches, haha) Problem ist.
Tut mir leid, aber das geht gar nicht in Zeiten in denen wir 500 bis 800 Milliarden Bankenrettungsschirme raus hauen ohne, dass sich jemand beschwert oder die eben angesprochenen 26 Milliarden.
Ich meine mich daran zu erinnern, dass nicht jeder sich über die ca. 400 Milliarden Euro deutscher Rettungsschirm-Kosten (Quelle: Wikipedia) gefreut hat. Fragt mich aber nicht, wo das Geld überhaupt herkommt. Wenn mich nicht alles täuscht, ist unser Statshaushalt um einiges kleiner...
Zudem gibt es in dieser Welt Menschen die so viel Geld haben, dass sie gar nicht mehr wissen wohin damit. Wie wärs wenn wir die mal dafür zur Kasse bitten würden?
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Reichtum stärker besteuert werden müsste. Kapitalerträge etc. werden deutlich schwächer besteuert als hart verdientes Geld, wenn ich mich nicht irre.
Das ist z.B. eines meiner vielen Lose die ich gezogen habe, wobei ich finde, dass deine Ironie für Schriftform sehr schlecht gekennzeichnet wird. Vielleicht kriegst du doch noch ne PM, aber das muss ich mir erst noch gut überlegen. Im übrigen finde ich, dass Ironie bei einem solch ernsthaften Thema nichts verloren hat, da das nur wie schon die ganze Zeit zu Missverständnissen führt.
Oh, ich kenne eine Menge Menschen, die überhaupt keinen Sarkasmus verstehen. Was schlecht ist, weil ich ein sehr sarkastischer (und teilweise auch zynischer) Mensch bin.
Aber in der Tat, wir brauchen [ironie]-Tags. (Vielleicht meine ich das aber auch ironisch. Ich bin mir noch nicht ganz sicher.)
Ich denke der gesamte Diskussionsverlauf dürfte beweißen, dass ich sehr wohl im Stande bin einzustecken.
Ich möchte dir nicht widersprechen, aber... doch, eigentlich schon. Du hast selbst gesagt, dass du sehr emotional in die Diskussion involviert bist und entsprechend aggressiv auf einige Dinge antwortest. Zumal ich ebenfalls der Ansicht bin, dass du einen signifikanten Anteil der dir widersprechenden Argumente ignoriert hast.
Das sind genauso wie der "Kompromiss" und die "differenzierte Betrachtung" 2 verschiedene Dinge.
... Moment. Hast du nicht gesagt "Letzten Endes führen differenzierte Betrachtungen immer zu Kompromissen" und dass man deshalb Menschlichkeit nicht differenziert betrachten darf?
Verwechsle auf gar keinen Fall "Contra geben/sich verteidigen" mit "nicht einstecken können".
*zustimm*
Mensch, Leute... sind wir uns einig? Holt die Partyhüte raus und lasst die Seckt-Korken knallen!
(Auch hier bin ich mir nicht sicher, ob ich es ironisch meine.)
Mach dir übrigens keine Mühe mit einer PM. Dafür in Foren rumzugammeln habe ich bald eh leider keine Zeit mehr.
Ich will hier nicht nach Informationen fischen, aber [ironie] nun folgt eine Feststellung, die ganz und gar nichts mit nichts und niemandem zu tun hat [/ironie]: Ich bekomme gerne PMs.

Grüße
Glumski

PS: Oh, ****, schon nach Mitternacht. Na toll.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Mi 17. Feb 2016, 09:07

Wenn ich jetzt nichts übersehen habe, stimme ich mit deinem Post 100% überein.
Wow. Ich fühle mich so verstanden.

INPUT-ZEIT

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... ie120.html

Dunkelfeldstudie. Ganz interessant ist das Nebenergebnis, dass 26% der Leute in meiner Ecke sagen, dass man sich auf den Rechtsstaat nicht mehr verlassen kann. Und dabei fühlen sich die meisten hier noch sicher, nur Frauen meiden schon diverse Orte.

Ach ja, und ich störe mich gerade daran, dass Hitler hier die Verkörperung des Satans ist. Der kommt nämlich nicht aus Österreich, sondern aus Belgien! Mit Stalin als Satan wäre ich aber auch zufrieden. Nur Zedong weiß ich nicht so genau, die meisten seiner Kills resultieren ja einfach nur aus total ideologisierter Misswirtschaft, wenn ich mich richtig erinnere.
eyUnc.jpg
Hatten wir in diesem Thema schon, dass Deutschland allein im Januar wieder rund 100.000 Flüchtlinge aufgenommen hat? Das ist etwa die sechsfache Menge des Vorjahrs, soweit ich weiß. Mindestens 92.000 aber sind bis Ende Januar in den Systemen auch registriert worden.

Könnte aber sein, dass das im Sommer nachlässt, weil offenbar einfach ganz Osteuropa dicht zu machen plant. Ich habe den Verdacht, dass das die Situation hier retten könnte, falls die Leute dann keine Alternativrouten mehr nehmen; ich sehe das alles nämlich schon arg an der Belastungsgrenze und die Unterschicht, die wir schon hatten, gerät dadurch auch immer ärger in Bedrängnis. Was die Lage auch nicht gerade beruhigt. Gestern kam im ZDF eine Doku darüber, dass Wohnraum in München von "teuer & schwer zu kriegen" nach "sehr teuer & inexistent" umkategorisiert wurde. Aber in Großstädten ist nun mal die ganze Arbeit.

Und wo wir schon bei Minderheiten sind:
Ich trage meine Kippa eh nie, aber jetzt lassen auch alle, die ich kenne, ihre zu Hause. Das ist auch wieder so ein Problem. Aber na ja.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Mi 17. Feb 2016, 17:15

http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/

Auch immer interessant. In Sachsen-Anhalt hat die AfD offenbar schon SPD-Stärke erreicht.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Glumski » Mi 17. Feb 2016, 21:56

Dunkelfeldstudie.
Huh. Der Teil über Sexualdelikte hat mich sehr gewundert. Ich mein', nur 8% Anzeigequote? Wow.
Ach ja, und ich störe mich gerade daran, dass Hitler hier die Verkörperung des Satans ist. Der kommt nämlich nicht aus Österreich, sondern aus Belgien! Mit Stalin als Satan wäre ich aber auch zufrieden. Nur Zedong weiß ich nicht so genau, die meisten seiner Kills resultieren ja einfach nur aus total ideologisierter Misswirtschaft, wenn ich mich richtig erinnere.
Ja, das Stalin schlimmer als Hitler ist, finde ich auch. Von Zedong weiß ich so gut wie nichts, weil Asien in der Schule grundsätzlich ignoriert wurde, abgesehen von "Die Figuren in Animes haben so komische Gesichter, damit man ihnen ihre Ethnizität nicht anerkennen kann und es sich besser in westlichen Ländern verkauft". Entsprechend misstrauisch bin ich bei den wenigen Dingen, die aus der Schule über Nicht-westliche Länder kamen.
Dass Hitler aus Belgien stammt, ist mir vollkommen neu.
Könnte aber sein, dass das im Sommer nachlässt, weil offenbar einfach ganz Osteuropa dicht zu machen plant.
Ich bekomme die meisten politischen Themen nur über die Schlagzeilen mit und bin entsprechend nicht leicht zu beunruhigen, aber mittlerweile bin ich von den Schlagzeilen beunruhigt. :|
Gestern kam im ZDF eine Doku darüber, dass Wohnraum in München von "teuer & schwer zu kriegen" nach "sehr teuer & inexistent" umkategorisiert wurde. Aber in Großstädten ist nun mal die ganze Arbeit.
Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll. Dass man nicht nach München zieht, ist ja weitläufig bekannt, aber... naja.
Auch immer interessant. In Sachsen-Anhalt hat die AfD offenbar schon SPD-Stärke erreicht.
Also hier in NRW sind sie bei 5%. Finde ich gut, mit ein wenig Glück müssen sie draußen bleiben... Dass die auf fast ein Fünftel der Stimmen kommen, ist aber echt erschreckend. Insbesondere, wenn nur noch die CDU/CSU deutlich stärkere Zahlen hat...
Und mit <20% ist "SPD-Stärke" ja schon ein Oxymoron. Ich war mir nicht bewusst, dass in manchen Bundesländern die Linke tatsächlich so stark ist. Wobei, ah, östliche Bundesländer. Klingt logisch.

Irgendwie gibt's heute von mir keinen sinnvollen Beitrag. Bin ziemlich im Eimer, musste mir Schuhe kaufen. :cry:

Grüße
Glumski

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Mi 17. Feb 2016, 22:16

Glumski hat geschrieben:Dass Hitler aus Belgien stammt, ist mir vollkommen neu.
Ich meinte Leopold II. of Belgium. Den niemand kennt. Ehrlich gesagt, ich kannte ihn vorher auch nicht. Aber das ist ja der beste Trick des Teufels: Er überzeugt einen davon, dass es ihn nicht gibt.

Sagen jedenfalls verwirrte Christen.

Bin mal gespannt, wie die nächsten Regierungsbildungen ablaufen. Wenn der Trend sich so bewahrheitet und dieses Jahr so wie letztes läuft, wird das ziemlich bald schwierig eine ausreichend große Koalition zu bilden. Aber na ja, an der Urne wird dann ja doch oft anders abgestimmt als vorher gemessen.

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