Flüchtlinge

Alles über Europa (inklusive Vergangenheit).
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Staubschmied
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Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Di 1. Sep 2015, 13:24

Eigentlich ein sehr heißes Thema gerade, deswegen dachte ich, ich eröffne einfach mal ein Thema dazu, in dem man zum Ausdruck bringen kann, wie man zur aktuellen Situation steht und was man über sie denkt. Mit rund 800k Asylbewerbern wird es wohl ganz schön Auswirkungen auf das Land haben, allein die, die in diesem Jahr kommen, machen dann ja rund 1% der Bevölkerung aus.

Ich selbst muss sagen, dass ich bisher selbst noch gar nichts davon mitbekommen habe - außer medial halt. Irgendwo hier sollen auch Einrichtungen sein, aber aufgefallen sind sie mir bislang noch nicht.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Tom » Di 1. Sep 2015, 17:37

Ab nach Auschwitz mit denen!

Es wäre Ironie des Schicksals, wenn eine Massenvernichtungsstätte zu einer Auffangstation umfunktioniert werden würde.
Die Geister der Vergangenheit würden dadurch vielleicht etwas besänftigt werden.
Groß genug wäre es, damit man da auch gleich eine Schule für den Deutschunterricht einbauen könnte und noch andere nötige Dinge, wie etwa einen Arzt, Küche, etc.

Na, hab ich mit dem ersten Satz nicht prima provoziert und dann gut gelöst? :zwinkerzwinker:

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Mi 2. Sep 2015, 14:49

Nicht schlecht. :zwinkerzwinker: Allerdings will Polen nicht so viele Flüchtlinge aufnehmen, von daher müssen wir die Idee leider kippen. Bayrische Kasernen sind wohl das beste, was wir kriegen können.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Glumski » Mi 2. Sep 2015, 17:22

Ich muss (wieder einmal) gestehen, dass ich mich mit dem Problem nicht sonderlich auseinandergesetzt habe und meine Meinung irgendwo zwischen "Meh" und "Hoffentlich kann ich das weiterhin ignorieren" pendelt.
Persönlich habe ich von dem (medial ja sehr präsenten) Flüchtlings-Problem auch noch nichts mitbekommen, wobei ich die letzten paar Wochen auch fast ausschließlich vor meinem Schreibtisch verbracht habe... Laut 'nem guten Freund ist hier in der Gegend eine Flüchtlingsunterkunft. Bislang haben aber weder die bösen Nazis die Stadt angezündet noch haben die bösen Flüchtlinge unsere Jobs geklaut/unsere Häuser ausgeraubt/unsere Frauen geschwängert/was böse Flüchtlinge angeblich auch immer tun. Besagter guter Freund hingegen ist wegen des Problems ziemlich aufgebracht, weil die Flüchtlinge... keine Ahnung... sein Auto frech anschauen oder so. Mein Auto hat sich darüber aber noch nicht beschwert.

Also nee. Vielleicht nimmt meine Apathie langsam ungesunde Ausmaße an, aber ich kann für das Thema kein sonderliches Interesse aufbringen. Aufregen tun mich nur diese Nazis, die (so wie es im Fernsehen den Anschein macht) schon den Großteil aller Notunterkünfte niedergebrannt haben. Klar ist es nicht schön, wenn plötzlich überall Leute herum rennen, die meine Sprache nicht sprechen und mich permanent daran erinnern, dass es Menschen in anderen Ländern schlecht geht, oh, und die natürlich suspekte Individuen sind, da sie meine Sprache nicht sprechen und so aussehen, als ob es ihnen in anderen Ländern schlecht ergangen wäre. Weswegen ich natürlich deren Unterkunft abfackeln würde, damit sie nicht hier sondern im Nachbardorf untergebracht werden, dessen Bewohner ja auch schon fast Ausländer sind, also geht das in Ordnung. Oder so.

Hmm. Das wurde zynischer/sarkastischer/ironischer als geplant.

Wir können die Flüchtlinge ja zu Schuldeneintreibern ausbilden und nach Griechenland schicken. Finanziell käme da wahrscheinlich sogar noch ein großes Plus raus.
Oder wir legalisieren Sklavenhaltung, warten ein oder zwei Jahrhunderte, bis die nördlichen Bundesländer es wieder verbieten wollen, ein Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd ausbricht, der Norden gewinnt, wir eine ganze Weile Schwarze diskriminieren, bis es irgendwann den ersten schwarzen Präsi... Kanzler gibt. Namens Ohana, denn das heißt Familie.

Ugh.
Ich bin mir nicht sicher, was ich hiermit ausdrücken wollte. Womöglich sollte ich mehr schlafen.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Chabero » Do 3. Sep 2015, 10:45

Bei uns im Ort gibs keine, ca 20km weiter wird gerade ne 250-containersiedlung ausm boden gestampft, direkt hinter nem dicounter... und ein Bauer baut 2 Scheunen um deswegen ..wird sicher Polizeieinsatzträchtig.. weil dort sollen auch ettliche Nazivollidioten rumgammeln
die werden sicher aktiv.. die haben schon 3* versucht nen Sozialbau wo nur Ausländer drin wohnen 3* abzufakeln..

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Vivian » Sa 24. Okt 2015, 17:17

Auf diesen Beitrag hat mich eine Freundin grade aufmerksam gemacht. Viele Dinge kann ich genauso unterschreiben.

,,Ich fürchte mich. Vor diesem Deutschland. Wenn ich mir überlege, wie das zur letzten Bundestagswahl - vor nicht mal knapp zwei Jahren! - war, dann überkommt mich ein Gruseln vor diesen Deutschen.
Damit meine ich ausdrücklich nicht diejenigen, die sich engagieren für ein besseres Zusammenleben. Nein, es ist der braune Mob, der mir Sorgen macht. Vor zwei Jahren war Flüchtlingspolitik nicht mal ansatzweise irgendwo ein Thema. Heute tobten sich Rassisten, getarnt als Asylkritiker und besorgte Bürger, im Internet aus.
Ein kurzer Blick: Focus titelt „Förderschüler müssen Schule für Flüchtlinge räumen" - 221 Kommentare, die meisten im Tenor von „Kapieren die (gemeint sind die Politiker) es noch? Das Boot ist voll!"
298 Kommentare bei SPIEGEL ONLINE, die immerhin gegensteuern - dafür aber mit Lügenpresse, Lügenpresse abgestraft werden. Bei einem Artikel über das Verbot von Demonstrationen vor der Asylunterkunft in Freital.
Das BKA warnt derweil vor einer Ausbreitung von völkischer Ideologie, gerade auch in bürgerlichen Kreisen.
Dabei schweigt der Deutschen liebste Kanzlerin eisern. Was wirklich gespenstisch ist.
Zu den Fakten: Deutschland nimmt auf 1000 Menschen 2 Flüchtlinge auf.
ZWEI!
Z-W-E-I!
Wer hier von „Das Boot ist voll!" spricht - ernsthaft - hat wahlweise einen gewaltigen Knick in der Optik oder einen veritablen Sprung in der Schüssel.
Hier findet keine Islamisierung, keine Überfremdung statt. Jeder Wandertag einer Schulklasse veranstaltet mehr Chaos und Unsinn in einem von „aufrechten" Deutschen bewohnten Dorf.
Egal, wie man die Sache auch dreht und wendet: in einem Ort sind es 44 auf 6000, in größeren Städten 80-90 auf 16.000. Das sind Zahlen, die meist unter einem Prozent liegen und die so gar nichts mit Überfremdung zu tun haben.
Besonders bitter für mich sind die Meldungen aus Sachsen: waren die Ostdeutschen vor 25 Jahren selbst noch Flüchtlinge aus wirtschaftlichen Gründen, wird jetzt in widerwärtiger Art und Weise gegen „die" gehetzt, die eine hochriskante, oft lebensgefährliche Flucht aus einem verwüsteten Land hinter sich haben.
Werden - zurecht - Demonstrationen vor den Heimen verboten, handelt man in vielen dieser Augen verfassungsfeindlich, da man nicht mehr frei demonstrieren darf.
Artikel 1 reicht da aber schon: „Die Würde des Menschen ist unantastbar." Ja, die des Menschen. Nicht die des Deutschen. Würdelos verhalten sich hier die auf rechts drehenden Deutschen.
In Gerstungen in Thüringen formiert sich eine „Bürgerwehr", die „ausländisch wirkende Personen" protokolliert und (zumindest) das Internet in einer Facebookgruppe mit immerhin 2700 Mitgliedern verständigt.
Das ist eine Hetzjagd.
Man möge sich mal vorstellen, in Indien würde es Facebookgruppen geben, die Deutsche in gleicher Weise beschatten und protokollieren würden.
Hier freut man sich dann, wenn dann eine Serie von Einbrüchen, die offenbar von Kosovo-Albanern begangen worden ist, die augenscheinliche „Wichtigkeit" dieser Wehr bestätigt.
Schnell wird dann das kriminelle Verhalten von 4 Personen auf „alle" Ausländer umgelegt.
Und es scheint auch nur mehr eine Frage der Zeit, bis der/die Erste umgelegt wird. Man verteidigt sich ja nur gegen die Bedrohung.
Ja, nee. Is' klar.
Es entstehen hier Strukturen, die vor 75, 80 Jahren schon mal die Ouvertüre zu einem hysterischen Wahn waren, der Europa verwüstete.
Anfangs waren das auch nur Bürger, die sich sorgten, die vermeintliche Wahrheiten aussprachen. Am Ende waren es falsche Gefühle, die sich zu dieser völkischen Raserei emporschaukelten. Wie das endete, wissen wir alle.
Und am Ende war man es nicht. Da waren die Nazis andere. Und man konnte ja nichts tun - außer Wegsehen.
Ich glaube, so fing das damals auch an. Indem diese Menschenverachtung langsam einsickerte.
Das befürchte ich heute wieder.
Was wir nun brauchen, dringend, ist eine eindeutige Positionierung: wer sich vor Flüchtlingsheimen positioniert, diese Menschen niederbrüllt, wer in sozialen Netzwerken hetzt und dumpfe Ressentiments anspricht, betätigt sich als Türöffner der Barbarei.
Ja, auch die Wegseher oder die „Da-muss-es-doch-einen-dritten-Weg-geben"-Sucher sind hier in der Verantwortung, sich eindeutig zu positionieren. Klare Kante. Für eine zivilisierte Demokratie.” (Quelle: Hufftington Post)
"Musik ist die Sprache, die wir alle verstehen."

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Sa 24. Okt 2015, 23:18

Oh, dieses Thema hatte ich ganz vergessen.

Ich finde den Beitrag übrigens zu einseitig. Klar benennt es die Problemfälle - aber es klingt auch ein bisschen so, als wären alle Gegner der Masseneinwanderung gleich fremdenfeindlich. Ist aber meines Erachtens nach gar nicht so, viele sind viel mehr mit dem Staat nicht einverstanden, der dies - völlig chaotisch - zulässt. Gut, dann sind da mal 2700 Vögel in einer Facebook-Gruppe - und? 2700 von 80 Millionen ist verschmerzbar und die meisten sind doch eh nur zum Gaffen da. Wenn sie Scheiße bauen, gehören sie zur Rechenschaft gezogen, und fertig ist's.

2 Flüchtlinge auf 1000 ist auch falsch. Nehmen wir an, wir haben 80 Millionen Einwohner und 800.000 Flüchtlinge - was ja auch schon nicht mehr stimmt, es sind ja mehr. Dann wäre es einer auf hundert. Und dieser einer auf hundert ist auch nicht so einfach unterzubringen wie der Normalbürger, da Sprachkenntnisse nicht vorhanden sind und Abschlüsse hier wohl sowieso nicht anerkannt werden - man kann ja kaum von einer Uni zur anderen wechseln, ohne Kurse zu verlieren. Sagen wir also, bis Ende nächsten Jahres sind es locker zwei Millionen Flüchtlinge, dann muss der Staat mal eben 2,5% seiner eigenen Bevölkerung zusätzlich verwalten und versorgen - so schnell loswerden tut man die, die man gar nicht aufnehmen wollte, ja auch nicht.

Und dann passiert halt am laufenden Band sowas: http://www.mz-web.de/halle-saalekreis/z ... 77376.html
Hotel dicht gemacht, weil Flüchtlingsunterkunft gebraucht wird, 80 Angestellte entlassen. Turnhallen sind sowieso überfüllt und Flüchtlinge mussten auch schon auf Toiletten schlafen, weil es keine anderen beheizten Räume mehr gab. Ganz abgesehen von all denen, die gerade noch kommen und am Erfrieren sind. Wir haben noch nicht mal Winter und die meisten sitzen in beheizten Zelten. Der Staat ist nicht mal in der Lage die Ankommenden halbwegs unterzubringen.

Gleichzeitig kostet all dies Milliarden - und zurecht sind viele andere zornig, die in maroden Schulgebäuden und zerfallenden Universitäten lernen, ihren Lebensabend arm verbringen oder selbst kaum Hilfe bekommen. Die Infrastruktur sah auch schon mal besser aus, parallel werden über den Berliner Flughafen Milliarden an Steuergeldern weggewaschen. Wo war das Geld die ganzen Jahre?

Hier kommt viel zusammen. Auch Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Aber ich denke nicht, dass dies den größten Teil des Unverständnisses und der Enttäuschung ausmacht - auch, wenn viele immer wieder gern alles darauf zurückschieben wollen.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Chabero » So 25. Okt 2015, 11:41

Nicht die Flüchtlinge ansich sind das Problem, sondern die schiere Masse die da kommt...

Wäre das zb nur 1 Zug *scheiß drauf*.. aber bei 100 oder 1000 oder noch mehr Zügen voll...

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Do 29. Okt 2015, 08:42

Live aus der Diskussion:
Grenzen dichtmachen?

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Tom » Do 29. Okt 2015, 09:35

Ja.
Wobei das nur Symptombehandlung ist und nicht das Poblem löst.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Do 29. Okt 2015, 17:49

Na ja, kommt drauf an, was man als Problem ansieht. Wenn man "Masseneinwanderung nach Deutschland" abschaffen will, löst es das Problem. Wenn man "Masseneinwanderung in die EU" abschaffen will, braucht man mehr Mauern. Wenn man "Flüchtlingsursachen" abschaffen will, muss man wohl warten, bis die USA und Russland ihren Proxy-Krieg in Syrien beendet haben.

Es ist schon eine gewisse Kuriosität darin, dass die deutsche Politik sich plötzlich um Syrien als Land bemüht oder zumindest so tut. Für Afrika wiederum interessiert sich eigentlich keiner, obwohl da auch zu jedem beliebigen Zeitpunkt irgendein Bürgerkrieg herrscht.

Na ja, Politik halt.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » Sa 31. Okt 2015, 17:40

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 52565.html

40.000 dieses Wochenende. Ich denke, dass es nur keine andere Prognose als "800.000" gibt, weil niemand als erster "zwei Millionen" sagen will.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Chabero » Sa 31. Okt 2015, 20:47

dann 3 mille *duck*

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Staubschmied » So 1. Nov 2015, 10:17

Es würde mich nicht mal mehr überraschen.

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Re: Flüchtlinge

Beitrag von Chabero » So 1. Nov 2015, 16:08

wolle Baugrundstück? in Syrien ist viel frei :D

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