[Serie] Buffy the Vampire Slayer

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[Serie] Buffy the Vampire Slayer

Beitrag von Glumski » Sa 18. Jan 2014, 22:26

Gah, jetzt muss ich diesen Post nochmal schreiben...
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Buffy the Vampire Slayer (deutscher Titel: Buffy - Im Bann der Dämonen) ist eine Serie von Joss Whedon ('Firefly', 'The Avengers'), die von 1997 bis 2003 in sieben Staffeln ausgestrahlt wurde.
Der Fokus liegt dabei auf Buffy Summers, die als Vampirjägerin (kurz auch einfach 'Jägerin') über übermenschliche Kräfte verfügt, ihre nächtliche Jagd jedoch mit dem gewöhnlichen Leben als Schülerin und Tochter in Einklang bringen muss.
Der Serie wird Kultstatus zugeschrieben; eine achte und neunte Staffel sind als Comic-Serie publiziert und es gibt ein TV-SpinOff namens 'Angel'. Besonders die Fangemeinschaft widmet BtVS große Aufmerksamkeit; fanfiction.net beispielsweise setzt Buffy auf Platz 4 der Serien mit den meisten geschriebenen Fanfictions (47,2 Tausend). Auch Romane und zahlreiche Essays und andere wissenschaftliche Publikationen wurden zu Buffy verfasst.

Mich persönlich überzeugte an BtVS die Vielfalt an abgedeckten Genres und Themen; so werden zahlreiche Problematiken des Heranwachsens mit dem Kampf gegen die Mächte der Finsternis kombiniert. Dass die Hauptdarstellerin sehr attraktiv ist, schadet auch nicht...
Im Gegensatz zu den weiteren 22-folgigen Staffeln verfügt S1 nur über zwölf Folgen und ist mit erstaunlich geringem Budget gedreht. Dies fällt durch gewisse Qualitätsmängel auf. Ab Staffel 2 muss ich jedoch gestehen, dass mir selten eine bessere Serie begegnet ist. Einzelne Folgen (2x17 'Passion', 4x10 'Hush', 5x16 'The Body', 6x07 'Once More, With Feeling') zählen zu dem Besten, was ich gesehen habe. Die letzte aufgezählte Folge (6x07) wurde als erstaunlich gutes Musical konzipiert und in der 2009er Ausgabe von 'TV Guide' auf Platz 14 der besten Serienepisoden aller Zeiten platziert.

Ich kann BtVS euch nur wärmstens ans Herz legen. Die Serie hat alles: Humor, Dramatik, Action, Emotion... und diese Beschreibung wird ihr bei Weitem nicht gerecht.

Grüße
Glumski

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Re: [Serie] Buffy the Vampire Slayer

Beitrag von Glumski » Fr 24. Jan 2014, 22:29

Ich werd' jetzt einfach Mal noch ein paar Gedanken zu den einzelnen Staffeln aufschreiben, die mir im Kopf herumschwirren. Zur Sicherheit pack' ich die einzelnen Texte in Spoiler. Lesen erfolgt auf eigene Gefahr. Ich werd' aber trotzdem versuchen, die Spoiler auf ein Minimum zu bringen. Wobei das eigentlich keinen Sinn ergibt, wenn sie ohnehin schon gespoilert sind... :think1:
//Edit: Die Spoiler sind ohne wirkliche Gefahr lesbar. Ich hab's geschafft, nichts Konkretes zu verraten. Wer sich bereits entschieden hat die Serie zu schauen, sollte sie auf keinen Fall lesen und sich lieber überraschen lassen (sonst weiß man ja, wann die Kacke am Dampfen ist). Wer bislang denkt, das 'Buffy' keinen Blick wert ist, sollte sie dann vielleicht doch lesen und lässt sich hoffentlich überzeugen. ;)
Ich hoffe auf jeden Fall, dass das hier jemandem 'was bringt und wenn nicht, naja, ich konnte's mir von der Seele schreiben. Das ist doch was.//

Staffel 1
[spoiler]Tja, ich hatte ja im Eingangspost schon geschrieben, dass ich die Staffel eher mies fand, was mit Sicherheit dem geringen Budget und den Laienschauspielern zuschulden gelegt werden kann. Besonders der Pilot war doch sehr... schlecht... und kann durchaus dazu führen, dass man die Serie abbricht, weil man denkt, dass es so bleiben würde. Obwohl die Qualität der Staffel während der einzelnen Folgen keine Sprünge nach oben macht, gibt es doch eine Ausnahme: 1x07 Angel. Regie und Schnitt sind sogar deutlich anders. Woran das liegt, keine Ahnung, aber es lässt einen die erste Staffel überleben, falls man den Qualitätsmangel für sich nicht anders ausgleichen konnte. Die große Enthüllung ist vielleicht nicht mehr die große Überraschung, aber die entstehenden Konflikte sind Eins-A und dass alles über Wortspiele und Zweideutigkeiten versteckt werden konnte... einfach klasse. 1x07 schafft es zumindest bei mir eindeutig in die Top-10-Liste und im Vergleich zur restlichen Staffel... hey, toll.
Das Finale ist schon ziemlich... final. Hätte man mir gesagt, dass die Serie hier abgesetzt wurde, hätte ich es geglaubt. Andererseits ist Joss Whedon allgemein kein Freund von staffelübergreifenden Cliffhangern; die gibt es eigentlich nie. Was an sich bemerkenswert ist, da man trotzdem sehnlichst die nächste Staffel erwartet... sehr schön in 1x12 Prophecy Girl fand' ich die Geschichte an sich; für den Charakter Buffy ist das ein deutlich erkennbarer und sicherlich wichtiger Entwicklungspunkt.[/spoiler]

Staffel 2
[spoiler]Die zweite Staffel zählt für mich zu einer der besten, trotz des vergleichsweise immer noch recht niedrigen Budgets. Insgesamt beeindruckt mich S2 durch den Detailgrad und die Plastizität der Charaktere. Mit 2x03 School Hard werden endlich auch die Figuren Spike und Drusilla eingeführt, was an sich schon ein riesiger Grund zur Freude ist. (Und die Folge an sich ist super.) Auch sehr schön fand ich 2x11 Ted, weil sie wunderbar einen weiteren Konflikt von Jägerin-Buffy in der normalen Welt darstellt.
Die Entwicklung und der Wendepunkt in der Doppelfolge 2x13/14 Surprise, Innocence ist natürlich sehr gemein angesetzt und meiner Ansicht nach ein wahrer Geniestreich. Eine bösere Wendung (ohne Charaktere umzubringen) hätte ich mich wirklich nicht vorstellen können.
Die in 2x13/14 eingeführte Handlungslinie hat ihren Höhepunkt eindeutig in 2x17 Passion, der meiner Meinung nach besten Folge der gesamten Serie. Die zur Schau gestellte psychologische Grausamkeit ist gnadenlos, die Schauspieler treffen es auf den Punkt, die Regie ist genial... und wir haben wieder einen Entwicklungspunkt sowohl für Buffy als auch für die gesamte Geschichte.
Das wahrscheinlich ergreifendste Finale ist für mich 2x21/22 Becoming. Einfach jede Handlungslinie hat ihre Kulmination, es gibt alle Konflikte, die zumindest ich seit Beginn der Serie erwartet habe, ganz nebenbei bemerkt ist der Soundtrack gerade in dieser Doppelfolge einsame Spitze und das Ende ist - ich hab's schon geschrieben - völlig ergreifend.[/spoiler]

Staffel 3
[spoiler]Staffel 3 hat eine sehr hohe Durchschnittsqualität, aber nicht wirklich Qualitätsspitzen. Mit Faith wird ein weiterer meiner Lieblingscharaktere eingeführt und gerade das sorgt für einen Zufluss an Doppeldeutigkeiten und Wortspielen, leider nicht so sehr in der deutschen Synchro. Das Finale ist toll und sehr furios, die meisten Folgen sind super, aber es ist irgendwie nicht so, dass ich endlos viel dazu schreiben möchte.
Vielleicht eine Anmerkung: Das Staffelfinale ist gleichzeitig auch das Finale der Schulzeit der Hauptcharaktere; somit ergibt sich eine Einheit der ersten drei Staffeln. Man erkennt rückblickend deutlich, dass nach Staffel 3 vieles geändert wurde.[/spoiler]

Staffel 4
[spoiler]Kurz? Die fand' ich doof.
SciFi-Elemente, okay. Milität, klingt nicht schlecht. Manche Folgen fand' ich schlichtweg kacke, manche waren qualitativ nicht übel.
Definitiv nennenswert ist allerdings 4x10 Hush, wieder eine Top-10-Folge. Joss Whedon hat hier auf die weitverbreitete Kritik reagiert, dass ein Großteil der Qualität von 'Buffy' in den Dialogen liegt. Das entstehende Bild ist super. Der böse Gegner in dieser Folge ist wirklich gruselig, der Soundtrack ist stimmig und... naja, es ist von Joss Whedon geschrieben, also ist es einfach insgesamt ein Meisterwerk.
Interessant finde ich, dass das Finale auf 4x20/21 gelegt wurde und es eine Art Coda in 4x22 Restless gibt. Die Folge ist durchaus interessant, aber auch skurril. Mir persönlich hat sie gut gefallen, aber vielen geht es da anders.[/spoiler]

Staffel 5
[spoiler]Kurz? Die fand' ich absolut super.
Mit Dawn wird wieder ein toller Charakter eingeführt, das 'große Böse' der Staffel ist toll, der Storyverlauf ist toll; es ist einfach verdammt geil. Als ich Staffel 5 das erste Mal geschaut habe, war ich vom Bildschirm kaum wegzubekommen. Es ist so unglaublich gemein, was die Autoren hier wieder mit den Figuren anstellen. Die Situation um Dawn, deren Erscheinen zu Staffelbeginn sehr abrupt gestaltet ist, hat mich unglaublich verblüfft und ist ein genauso großer Geniestreich wie das Etwas in 2x13/14. Ungefähr ab der Hälfte der Staffel gerät langsam alles ins Wanken. Man spürt, wie nach und nach in einem schleichenden Vorgang sich die Situation verdüstert, hin und wieder unterbrochen von echten harten Schlägen.
5x16 The Body ist dabei wirklich einfach hart. Zentrales Thema ist hier Trauer und ich habe noch nie in irgendeinem Medium eine so emotionale und realistische Darstellung dieses Themas gesehen. Die Folge ist genauso abrupt wie so ein Ereignis auch im wahren Leben wäre und beginnt im Prinzip schon am Ende der Vorfolge. Es ist so abrupt, so echt, so dramatisch, dass ich tatsächlich beim Schauen "Oh nein" ausgestoßen habe (glücklicherweise bin ich allein auf der Ebene des Hauses, ansonsten wäre mir das ziemlich peinlich gewesen). Ich habe es im Grunde schon geschrieben, aber ich muss es trotzdem nochmal tun: Diese Folge ist einfach ergreifend. Die schauspielerische Leistung sämtlicher Akteure ist grandios; das Skript ist grandios; die Regie, der Schnitt, die Musik (oder das Fehlen derselbigen)... es ist einfach so ein unglaubliches Meisterwerk. Nicht die beste Folge, weil sie mit nur wenigen Änderungen in eigentlich jede Serie passen würde, aber... wow. Auch das Ende der Folge ist genauso irregulär wie der Anfang; man kann 5x17 noch als Teil ansehen oder auch nicht. Es ist... es ist so, als wäre das gar nicht geplant gewesen. Die Folge passiert einfach mitten im Verlauf der Serie, völlig unangekündigt, man ist völlig unvorbereitet, und sie klingt langsam aus. Nicht völlig, weil so etwas nicht einfach verschwindet. Es ist... wirklich, wirklich grandios.
Danach geht es ziemlich deutlich auf das Staffelfinale zu. Das ist, wie eigentlich immer, super gemacht. Dramaturgisch nochmals deutlich effektvoller als die vorherigen, wobei ich persönlich 2x21/22 noch... eindrucksvoller fand, auf den psychologischen Einschlag auf die Protagonistin bezogen. Insgesamt ist 5x22 aber auf jeden Fall ein würdiges Finale für eine wundervolle, hochspannende Staffel.[/spoiler]

Staffel 6
[spoiler]Staffel 6 ist im Vergleich zu S5 nicht so stark, wobei sie nicht an Qualität einbüßt. Einzelne Folgen sind hier etwas seltsam (wenn auch bei Weitem nicht so dämlich wie in S4), und insgesamt ist die Stimmung deutlich schwerer als sie in den ersten vier Staffeln war, logischerweise. Mit dem Ende von S5...
Definitiv nennenswert ist 6x07 Once More, With Feeling, die Musical-Episode. Die ist, mal wieder, einfach geil. Auch wenn die Idee völlig sonderbar klingt, die Musik ist echt toll, die Gesangsleistung ist solide, der Einschlag auf den Storyverlauf ist so gravierend wie wohl in keiner anderen Folge. Ich weiß nicht wirklich, was ich dazu sagen soll, aber 6x07 ist etwas, was man sich gut nochmals Weihnachten oder Sylvester anschauen kann. Den Platz 14 auf der Liste der besten Serienepisoden aller Zeiten hat sich die Folge redlich verdient.
6x17 Normal Again ist auch erwähnenswert, allerdings kann ich nicht wirklich etwas sagen, ohne viel zu verraten. Ähh... psychologisch ist sie schlüssig (laut Psychologen, nicht laut mir, ich studier' das nicht :D ), sie ist glaubhaft, sie könnte eines der unbefriedigsten Serienenden aller Zeiten sein (danke an die Schreiber, die sie es nicht ist...).
Das Finale beginnt im Prinzip mit dem Ende von 6x19 Seeing Red, wobei auch hier das eigentliche Finale ein Zweiteiler (6x21/22) ist. Viel will ich dazu gar nicht sagen; es ist super gemacht, es ist hochspannend, weiter so.[/spoiler]

Staffel 7
[spoiler]Bei S7 bin ich ehrlich gesagt im Zwiespalt. Ich mochte sie persönlich nicht, aber objektiv gesehen ist sie ziemlich gut. Wahrscheinlich war mir der Ton einfach zu ernst; selbst im Vergleich zu S5/6 hat sich da nochmal deutlich was geändert. Und düster ist es auch.
Ich persönlich fand 7x07 Conversations With Dead People toll; man kann hier ziemlich gut sehen, das die Einleitung der Staffel vorbei ist und der Hauptteil beginnt, was sonst ein eher fließender Vorgang war. Schön in 7x07 ist, dass die verschiedenen Geschichtsfäden anscheinend auch von verschiedenen Drehbuchautoren geschrieben wurden. Der Audiokommentar der CD-Version soll sehr interessant sein...
Genauso ist 7x17 Lies My Parents Told Me eindeutig der Übergang von Hauptteil zu Schluss. Auch hier will ich wieder nicht viel schreiben, da ich nichts verraten will.
Das Finale ist, tja, wer hätte es gedacht, gut gemacht, spannend, toll. Außerdem ziemlich endgültig; man merkt, dass keine achte Staffel konzipiert war (auch wenn es sie in Comic-Form gibt). Es werden nochmals viele Geschütze aufgefahren, inklusive dem Tod mehrerer Charaktere (sehr gemein!) und, tja, dann war's plötzlich zu Ende. Sogar jetzt, wo ich das hier schreibe, fühle ich wieder diese Leere in mir. Das tut weh.[/spoiler]

Meine Gedanken, jetzt bin ich müde, gute Nacht.
Grüße
Glumski

//Edit (mal wieder):
Es ist unglaublich, wie sehr mir diese Serie immer noch in Gedanken ist. Ich hab's jetzt mehr oder weniger geschafft, einige Stücke des Soundtracks bei YouTube zu finden (was an sich nicht schwer ist, in guter Qualität dann aber leider doch) und es ruft extrem viele Gefühle wach, noch mehr als es bei BSG oder Stargate der Fall war. Wow, die Serie hat mich echt völlig am Haken. Jetzt erst ist mir beim Schauen von Disney's Frozen Christophe Beck in den Credits aufgefallen, dessen Wikipedia-Artikel trotz zahlreicher Scores von z.B. The Pink Panther oder Hangover von Buffy dominiert wird... im Ernst, die Serie ist einfach toll. *seufz*

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