[F] Takeru Tadashi in Tokio [T3]

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Tom
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[F] Takeru Tadashi in Tokio [T3]

Beitrag von Tom » So 11. Mai 2014, 12:10

[T³] Takeru Tadashi in Tokio

Kapitel 1 - Und täglich grüßt das Murmeltier ...


Die gelbe Sonne warf ein verwaschenes Licht durch das Fenster. Langsam erwachte Takeru Tadashi aus seinem Schlaf. Sein Kopf schmerzte noch immer von der Party vor zwei Tagen. Nur mit einer Unterhose bekleidet versuchte er den Weg ins Badezimmer zu finden. Erst langsam kehrt sein Bewusstsein zurück. Doch noch bevor er das Schlafzimmer verlassen konnte, brachte er es fertig über seine eigenen Füße zu stolpern. Er krachte als erstes gegen einen Schrank, dessen Inhalt Bücher waren, und entleerte ihn auf chaotische Weise.
„Arhh ... verfluchte Drecksscheiße.“
Ein Schritt zurück brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Takeru hatte sich in seiner Hose verfangen. Mit einem dumpfen Klang schlug er auf dem Boden auf. Vielleicht sollte er doch weniger trinken und mehr Ordnung halten … Die Lebensgeister erfüllten ihn mit Schmerz und innerhalb kürzester Zeit konnte er wieder klar sehen. Ein kurzer Blick aus dem Fenster ließ seine Stimmung aber nicht besonders steigen.
„Nebel – Buäh.“
Nach wenigen Sekunden Kampf mit sich selbst entschied sich Takeru dazu aufzuräumen. Kaum, dass er seine Sachen unter den Armen trug, marschierte er schnurstracks in das Badezimmer, wo er seine Kleidung in die automatische Waschanlage warf. Takeru schaltete sie ein und ein leichtes Summen erfüllte den Raum. In den Spiegel schauend erschrack Takeru fast. Seine Haut war bleich wie der Tod. Seine schwarzen Haare zerzaust und triefend von allen möglichen Sachen. Seine braunen Augen waren blutunterlaufen. Um sie herum hatten sich dunkle Augenringe gebildet. In seinem Magen rumorte es plötzlich. Übelkeit kam hoch und Takeru musste sich übergeben. Das Partyleben war nichts für ihn – nicht mehr. Takeru zog seine Unterhose aus und steckte sie ebenfalls in die Waschanlage. Dann stieg er in die Dusche und drehte eiskaltes Wasser auf.
„Gah!“
Das Wasser lief seinem Körper hinunter und beschwor eine Gänsehaut herauf, die sich nicht mehr vertrieben liess. Zitternd, aber dafür sauber und wach, stieg Takeru aus der Dusche und wäre beinahe auf dem glatten Metallboden ausgerutscht. Nachdem er sich mit einem Handtuch abgetrocknet hatte marschierte er nackten Körpers in die Küche und machte sich erst einmal einen sehr starken brazilianischen Kaffee. Der Duft alleine belebte schon seinen Körper. Ein kurzes Gähnen veranlasste Takeru auf die Uhr zu sehen. Den Schluck Kaffee, den er in seinem Mund hatte, prustete er wieder hinaus.
„Verdammt, ich komme zu spät zum Dienst!“
Mit aller gebotenen Hektik suchte er seine Uniform, zog sie rasch an und rannte aus dem Haus. Draußen nieselte es und ein kalter Wind pfiff ihm um die Ohren.
„Sauwetter.“
Takeru schloss die Türe ab und schaltete das Alarmsystem ein. Dann ging er durch den kleinen Garten auf den Schotterweg hinaus und entriegelte die Sicherheitssysteme seines Autos. Als erstes schaltete Takeru die Heizung ein und erwärmte sich. Wenn er schon zu spät kommen sollte, dann kam es auf ein paar Minuten mehr oder weniger auch nicht an. Der Wagen rollte langsam an. Nach ein paar Metern schaltete er die Nebelscheinwerfer und das Fernlicht ein, aber das half nicht viel. Kaum zwei Meter betrug die Sichtweite.

Takeru Tadashi saß in dem bequemen Sessel seines Wagens und fuhr mit über 200 Meilen in der Stunde Richtung Tokio. Eigentlich sollte er schon vor fünf Minuten an seinem Schreibtisch in der Dienststelle sitzen, doch die letzten Nächte hatten es in sich. Im inneren des Wagens war kein Ton zu hören. Nichtmal die Geräusche des Motors waren zu hören. Takeru sah aus dem Fenster. Über ihm strahlte die gelbe Sonne und vor ihm war alles grau in grau. Zehn Minuten später kam die Metropole in Sicht. Gigantische Gebäude aus Glas und Stahl erstrecken sich weit über den Horizont und brachen durch den Himmel hindurch. Mit überhöhter Geschwindigkeit sauste er durch die Fahrkorridore auf das drittgrößte Gebäude zu; den Schwarzen Bunker, wie er von der Bevölkerung liebevoll genannt wurde. Takeru drückte das Gaspedal seine Wagens mit halsbrecherischer Geschwindigkeit nach unten. Das Gebäude war nur noch mehr knappe zweihundert Meter von ihm entfernt, als er anfing zu bremsen. In einem fast tödlichen Winkel hielt Takeru seinen Wagen auf das Eingangs-Tor zum unterirdischen Parkplatz hin. Der Motor des Wagens wurde voll beansprucht, um die Geschwindigkeit auf Null zu bringen. Zwischen dem Wagen und dem Tor standen nur noch mehr wenige Zentimeter. Die Wachen vor dem Tor deuteten mit einer Handbewegung an, dass er verrückt sein müsse. Mit einem Kopfschütteln kontrollierten sie seinen Sicherheitsausweis und öffneten ihm dann das Tor. Zügig lenkte Takeru seinen Wagen mehrere Etagen tiefer unter die Erde hin zu seinem reservierten Mitarbeiterparkplatz. Auf dem Weg dorthin hätte er beinahe einige Nachzügler überfahren. Takeru schlug die Hitze entgegen, als er aus dem Wagen stieg. Hatte er wirklich den Motor so überanstrengt? Schnellen Schrittes ging er auf den nächsten Lift zu und schwang sich hinein. Nicht ganz vier Minuten später stieg er im 999. Stock aus. Der Empfang von seinen Kollegen war wie immer äußerst herzlich.
„Man, Takeru ... du siehst aber wirklich scheiße aus.“
„Danke, Andrè.”
Ohne auf jemanden einzugehen ging er in sein Büro und schloss die Tür hinter sich. Auf seinem Schreibtisch stand schon ein tiefrot leuchtendes Getränk; Tee aus Früchten. Das musste mal wieder Nicole gewesen sein. Auf die Frau konnte man sich wirklich verlassen. Takeru nahm sich vor sie mal zum Essen einzuladen.
„Takeru Tadashi!“
Takerus Kopf zersprang fast, als er die Stimme des Chefs quer durch das ganze Stockwerk hörte. Von Sekunde zu Sekunde wurden die Kopfschmerzen grösser. Takeru glaubte schon, dass sich in seinem Kopf ein Hurricane und ein Tsunami vereinigten. Der Chef, wegen seiner Größe auch >Der Gnom< genannt, donnerte so sehr gegen die Bürotüre, dass diese mit einem lauten Knall gegen die Wand prallte.
„Ich will den Bericht über die Observierung von Traan Bretan, die sie in den letzten Tagen gemacht haben. Und zwar am Besten schon letzte Woche!“
Noch bevor Takeru etwas sagen konnte und die Türe geschlossen war, war der Chef schon wieder draußen. Takeru hielt seinen Kopf mit beiden Armen, die er auf seinem Schreibtisch stützte. Es klopfte an der Türe und das süße Gesicht von Nicole strahlte ihn an.

Ich hasse Perfektion.
Sie bietet keinen Platz für Kreation.

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